Raum zur Wandlung

Die Universellen Gesetze – Teil 1

 

In Deutschland gibt es über 6000 Gesetze und Verordnungen! Da, wo viele Menschen zusammenleben wird es notwendig, bestimmte Regelungen des besseren Miteinander festzulegen. Gesetze entstehen insbesondere aus der Tatsache heraus, dass es Menschen gibt, die für ihre eigenen Vorteile andere Menschen übervorteilen, missbrauchen oder gar töten. Gesetze, Verordnungen und Regeln gelten meist für bestimmte Personengruppen (Arbeitsschutzgesetz, Mutterschutzgesetz, Pflegegesetz) oder bestimmte Lebenslagen und Situationen (Strafgesetz, Straßenverkehrsordnung).

Doch es gibt auch Gesetze, die gelten für JEDEN Menschen zu JEDER Zeit. Doch für diese Gesetzmäßigkeiten gibt es keine schriftlichen Abhandlungen mit zig Paragraphen. Die meisten Menschen wissen nicht einmal von ihrer Existenz, obwohl das ganze Leben durch sie beeinflusst wird. Sie sind nicht sofort sichtbar, mit keinem wissenschaftlichen Verfahren nachweisbar. Doch beeinflussen alle unser ganzes Dasein.

In diesem Beitrag möchte ich euch das 1. Gesetz vorstellen. Es handelt sich dabei um

 

Das Gesetz der Polarität

So wie es bei jeder Münze zwei Seiten gibt, verdeutlicht das Gesetz der Polarität die zwei Seiten, die jeder Sache innewohnen. Es gibt kein hell ohne dunkel, kein laut ohne leise, kein gut ohne böse oder kein richtig ohne falsch. Wir wissen nicht was uns glücklich macht, wenn wir nicht erfahren haben, was Unglück ist.

Das beste und bekannteste Symbol für dieses Gesetz ist das Yin/Yang-Zeichen:

 

 

 

Yin und Yang brauchen und ergänzen einander. Erst zusammen ergeben sie das Tao – Die Ganzheit. Wird nur ein Teil betont bzw. gelebt, ist der andere Teil deswegen nicht verschwunden, sondern lediglich in den Schatten (ins Unbewusste) gestellt.

Die helle Yang- und die dunkle Yin-Seite ergänzen sich zum vollkommenen Symbol des Kreises oder der Einheit. Und jede Seite enthält wiederum einen Teil von der anderen Seite, wie der dunkle Punkt in der hellen Seite und der helle Punkt in der dunklen Seite verdeutlichen. Selbst diese Punkte sind nicht rein schwarz oder weiß, sondern beinhalten wiederum einen Anteil der anderen Seite.

Keine der beiden Seiten ist besser oder schlechter als die andere. Beide haben ihre Daseinsberechtigung und zwar gleichberechtigt. Doch hier geht es schon los. Nachfolgend möchte ich einige Beispiele nennen, die jeweils Yin oder Yang zugeordnet werden:

Yin: weiblich, passiv, dunkel, kalt, innen, Mond

Yang: männlich, aktiv, hell, warm, außen, Sonne

Und, fällt euch etwas auf? Könnte es nicht vielleicht sein, dass wir in vielen Dingen automatisch eine Seite bevorzugen? Eigentlich brauchen wir uns doch nur unsere Gesellschaft anzuschauen. Dort zählt hauptsächlich das männliche Prinzip. Das weibliche Prinzip wird trotz aller Emanzipation (die meiner Meinung nach in dieser Form sowieso absolut am Thema vorbei geht) missachtet. Es geht hauptsächlich um Tatkraft, Durchsetzungskraft, Aktion, Macht, Ordnung – das ist es, was zählt. Dagegen verblassen natürlich so Dinge wie Emotionen, Vertrauen, Hingabe oder Chaos.

Ein anderes Beispiel wären die Jahreszeiten. Die einen bevorzugen die warmen Sommermonate, andere wiederum die kalten Wintermonate. Deswegen ist jedoch nicht eine Jahreszeit besser als eine andere. Jede hat ihre ganz eigene Energie und Wirkungsweise. Während im Sommer die Natur nur so vor Leben strotzt, zieht sie sich im Winter zurück und hält Winterschlaf. Hier wird die Wirkungsweise der Polarität sehr deutlich. Auf Phasen der Aktivität folgen Phasen der Passivität, auf Phasen der Extrospektion folgen Phasen der Introspektion. Kein Sportler kann permanent Höchstleistungen bringen, wenn er sich nicht auch Ruhepausen gönnen würde. Das, was uns die Natur vormacht und wo die Phasen kontinuierlich und fließend ineinander übergehen, haben wir Menschen schon längst aus unserem Leben entfernt und fokussieren uns nur auf einen Pol.

Letztendlich bestimmen viele unserer eigenen Erfahrungen, wie wir die beiden Seiten erleben. Zu diesen Erfahrungen zählen jedoch nicht nur unsere selbst gemachten, sondern auch die Übernahme von Überzeugungen und Glaubenssätzen anderer Menschen. Wir bewerten und analysieren alles womit wir in Kontakt kommen. Alles, was angenehm ist, darf bleiben. Der andere Pol wird dagegen in den Hintergrund geschoben. Da macht sich die Vogel Strauß Taktik sehr gut. Was wir nicht mehr sehen, ist nicht existent. Nur leider funktioniert das so nicht, denn die Energie, die damit verbunden ist, geht nicht einfach so verloren, sondern wirkt aus dem Hintergrund weiter.

Häufig erscheint der verdrängte, nicht integrierte oder zu schwach ausgebildete Gegenpol im Außen. Wie oft haben wir schon Pärchen gesehen, die rein äußerlich gegensätzlicher nicht sein könnten. Da haben zarte, sehr weiblich wirkende Frauen einen doch recht muskulösen, starken Mann an ihrer Seite. Oder umgekehrt, sehr dominante, herrische Frauen einen introvertierten, gefühlvollen Mann. In diesen Fällen dominiert eine Energie, die fehlende wird in Form eines Partners ausgeglichen, der viele Anteile des gegenteiligen Pols in sich trägt.

Doch der Großteil der Wirkung des Polaritätsgesetzes findet im Unbewussten statt. Indem wir eine Seite ablehnen, verlagert sich dieser Anteil in den Schatten. Wir verdrängen ihn. Doch er wirkt aus dem Schatten ständig auf uns ein. Er nutzt andere Menschen, um auf sich aufmerksam zu machen. Insbesondere Handlungsweisen, Äußerungen oder lediglich die Gegenwart anderer Menschen können in uns bestimmte Gefühle hervorrufen. Da kann uns schonmal der Kragen Platzen, wegen der Faulheit und Unsauberkeit anderer Menschen. Anstatt uns selbst aber auch einmal Ruhe zu gönnen und einfach mal nichts zu tun um mit uns selbst ins Reine zu gelangen bekämpfen wir diese Aspekte lieber an denen, die es einfach tun.

Doch nicht nur ungute Gefühle verlagern wir in den Schatten. Auch unsere „lichten“ Seiten können wir verdrängen. Dies fällt insbesondere dann auf, wenn wir Menschen begegnen, an denen wir etwas faszinierend finden, die bestimmte Eigenschaften besitzen, die wir toll finden, wir uns selbst aber nie trauen würden. Wir können nur auf Ereignisse, Menschen, Situationen oder Eigenschaften reagieren, wenn wir damit in Resonanz gehen, das heißt mit ihnen in einer bestimmten Frequenz gleich schwingen. Also stellt alles im Außen, auf das wir emotional reagieren, einen Spiegel dar, der uns verdeutlicht, welche Anteile, welchen Pol wir nicht in unserem Leben haben wollen und vernachlässigen. Das kann dann auch mal unsere eigene Leuchtkraft sein. Würden wir unser eigenes Licht oder unsere Stärke zeigen, dann würden wir gesehen. Genau davor haben aber viele Menschen Angst.

Eine weitere Möglichkeit dem verdrängten Pol zu begegnen, sind Krankheiten. Haben wir es versäumt die Impulse unserer Seele über Ereignisse im Außen wahrzunehmen um den verdrängten Pol zu integrieren, kann es sich auf der körperlichen Ebene bemerkbar machen. Jedoch ist es schon schwer und herausfordernd unter normalen Bedingungen den Schatten zu erkennen und zu integrieren, selbst wenn man um diese Tatsache weiß. Die Symbolfunktion einer Krankheit zu erkennen ist demzufolge für den Großteil der Menschen nahezu unmöglich bzw. sind sie sich dieser Tatsache gar nicht bewusst. Für sie stellt eine Krankheit etwas dar, was mit ihnen geschieht, einen Fehler im System der möglichst schnell durch jemand anderen und am besten durch die Einnahme irgendwelcher Medikamente behoben wird. Wie bei einem Auto, welches in die Werkstatt gebracht wird.

Was bedeutet nun das Wissen um dieses Gesetz für uns und wie können wir es anwenden? Zunächst ist das Bewusstwerden dieser Mechanismen der erste Schritt. Indem wir aufmerksam beobachten, wo und in welchen Situationen wir einen Pol bevorzugen, können wir auch schauen, was mit dem Gegenpol ist und warum wir Schwierigkeiten haben, diesen zu akzeptieren. Das setzt sehr viel Achtsamkeit, Eigenkritik, Offenheit und Mut voraus, denn es ist nicht leicht, dem Schatten ins Gesicht zu blicken (schließlich hatten wir gute Gründe dafür, ihn nicht sehen zu wollen). Versetze dich nicht in Stress. Es ist menschlich, dass wir Dinge, die uns belasten, verdrängen und nicht sehen wollen. Sei dankbar für jede Situation und Menschen, die dich in Kontakt mit deinem Schatten bringen und frage dich, warum du gerade jetzt und bei diesem Menschen so reagierst und handelst. Welchen wunden Punkt er bei dir getroffen haben könnte. Denn es ist niemals der andere Mensch oder die Situation oder Erfahrung Schuld daran, wie du dich fühlst und was es mit dir macht. Sie gehen lediglich mit etwas in dir in Verbindung, was du nicht sehen möchtest und verdrängt hast. Hier finden wir auch schon das nächste Gesetz – Das Gesetz der Resonanz. Dazu mehr im Teil 2.

 

In diesem Sinne – Lebe lieber außergewöhnlich

Deine Steffi

 

 

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