Raum zur Wandlung

Sind wir nicht alle ein bisschen VUKA?

 

Also manchmal habe ich das Gefühl nicht mehr zu wissen wo hinten und vorne ist. Die Zeit rast. Der Tag kann gar nicht so viele Stunden haben wie ich bräuchte. Und was mich richtig nervt sind die ständigen Updates für irgendwelche technischen Geräte, Handy, Mac und weiß der Teufel was noch. Kaufst du dir heute ein neues Gerät, ist es in einem Monat schon wieder veraltet. Nicht selten sind die Neuerungen keine Neuerungen sondern Verschlimmbesserungen. Irgendwie kannst du gar nicht auf dem Stand der Dinge sein, weil sich alles tierisch schnell wieder ändert. Ja so ist das eben, in der heutigen Zeit. Und wie es nun einmal so üblich ist, hat das Kind jetzt auch einen Namen (wir brauchen ja schließlich für unsere Schublade eine Bezeichnung).

Voilá – hier kommt er. Wir leben in einer VUKA-Welt!

Jetzt fragst du dich (zu Recht), was denn das nun wieder bedeuten soll. Wieder so ein neumodischer Begriff. Aber wofür steht der denn nun!? Okay, ich will dich nicht dumm sterben lassen.

VUKA steht für

V    Volatilität, Flüchtigkeit

U    Unsicherheit, Ungewissheit

K    Komplexität

A    Ambiguität, Mehrdeutigkeit

Heißt übersetzt, wir leben in einer Welt der ständigen Veränderung. Alles erscheint instabil, unvorhersehbar und unerwartet. Es gibt kaum noch einen Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung, da wir mit der Entwicklung nicht mehr hinterher kommen. Nichts läßt sich mehr vorhersehen und berechnen. Wo es heute sicher scheint, weiß man morgen nicht mehr wohin die Reise gehen soll. Es gibt kein richtig oder falsch, kein schwarz oder weiß. Jetzt gibt es auch ein bunt. Das „Was?“ tritt hinter dem „Warum?“ und dem „Wie?“ zurück. Entscheidungen fordern Mut, Bewusstheit und Fehlerfreudigkeit.

Kommt dir bekannt vor, nicht wahr? Der tägliche Wahnsinn, dem wir da ausgeliefert sind. Und in dieser ganzen turbulenten Zeit scheint es wohl der einfachste Weg zu sein, an dem festzuhalten, was wir besitzen, egal wie nützlich oder schädlich es sich auf uns auswirkt. Scheinbar stellt das Altbekannte die einzige Konstante in dem ganzen Chaos dar.

Doch schauen wir mal, welche Möglichkeiten es gibt, in der VUKA-Welt zurecht zu kommen:

  1. Wir ignorieren sie und machen einfach so weiter wie gehabt. Vogel Strauß-Taktik sozusagen. Was ich nicht sehe(n will), existiert auch nicht. Irgendwann wird es schon wieder besser werden, ist halt eine Phase, die auch wieder vorbei geht.
  2. Wir kämpfen dagegen an nach dem Motto „Früher war alles besser.“ Nun gut, diese Taktik ist nicht neu und wird von Generation zu Generation weitervererbt. Ist doch schließlich einfacher in alten Vorstellungen hängen zu bleiben.
  3. Wir passen uns an und lassen uns mit der VUKA-Welle mittreiben. Mal sehen, wohin sie uns bringt. Wir hängen unser Fähnchen in den Wind und schließen uns dem an was gerade „in“ ist.
  4. Wir trinken sie uns schön. Zugegeben, nicht die beste Lösung, aber durchaus die gängigste. Party, Feiern, Hoch die Tassen. Hilft zumindest solange, bis uns spätestens am Montag Morgen wieder die Realität einholt.
  5. Wir nutzen sie zu unserer persönlichen Entwicklung. Machen nicht mehr jeden Sch… mit, sondern selektieren gezielt, was wir für uns brauchen. Und entwickeln ein Gespür für das Kommende. Das setzt natürlich voraus, dass wir in unserer Mitte sind und uns nicht alles so schnell umhauen kann

Bereits hier wirst du wissen, welche dieser Taktiken du für dich persönlich bevorzugst.

 

Gibt es nun eigentlich auch Möglichkeiten, die Zeitqualität der VUKA-Welt zu nutzen? Auch dafür kann der Name Pate stehen.

V   Vision – Wir erschaffen uns von unserer erwünschten Zukunft ein Bild, eine Vision sozusagen, welches uns als Kompass und Orientierung dient, Sinn stiftet und motiviert. Wir bringen unseren inneren und äußeren Antrieb in Einklang. Es bedeutet auch, eine Vision über unser kleines Selbst hinaus zu entwickeln, nicht nur für uns allein, sondern auch für unsere Umgebung.

U   Understanding, Verständnis – Wir lernen mehr Verständnis für die Zusammenhänge zu entwickeln. Beobachten unsere Gefühle und Gedanken und das daraus resultierende Verhalten. Durch Selbstreflexion bekommen wir auch ein größeres Verständnis für uns selbst im Kontext zu unserer Umwelt.

K    Klarheit, Einfachheit – Wir setzen unseren Fokus auf das Wesentliche, auf das, was wirklich zählt und wirklich wichtig ist. Dafür müssen wir natürlich wissen, was für uns wichtig ist und uns etwas bedeutet. Unsere Kraft und Energie setzen wir genau dort ein, wo sich deren Wirkung am besten entfalten kann.

A    Anpassung, Agilität – Die „Das haben wir schon immer so gemacht“-Mentalität gilt nicht mehr. Wir lernen Entscheidungen zu treffen, auch wenn wir dabei Fehler machen.

 

Je dynamischer die Außenwelt, desto sinnvoller wäre eine ruhige klare Innenwelt. Nur so können wir langfristig sicherstellen, nicht von der VUKA-Welle mitgerissen zu werden.

Schaffe dir deine ganz persönlichen Strategien, um mit dieser Zeitqualität besser umgehen zu können. Und insbesondere lerne das Leben als das zu sehen, was es ist: ein Abenteuer und die Möglichkeit, alle deine Facetten zum Vorschein zu bringen. Du darfst jetzt alles raus lassen, sei einfach ein bisschen VUKA (verrückt, unkonventionell, kreativ, achtsam). Probier es aus, schließlich ist alles möglich.

 

In diesem Sinne – Lebe Lieber Außergewöhnlich!

Deine Steffi

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